Jüngstes Gericht
Jüngstes Gericht von Martin Schaffner

Aussprache: yaum al-qiyaama li maartiyn schaafnar
arabisch:
يوم القيامة لمارتين شافنر
persisch:
داوریِ واپسینِ مارتین شافنر
englisch:
The Last Judgment by Martin Schaffner

.Bücher zu islamischen Themen finden Sie im Verlag Eslamica.

Martin Schaffners künstlerisches Werk mit den Titel „Jüngstem Gericht“ ist ein Ölgemälde auf mehreren Holztafeln, die zusammen gehören.

Das Werk ist heute im Augustinermuseum in Freiburg im Breisgau ausgestellt. Es wurde zwischen 1496 und 1499 n.Chr. erstellt. Die Tafel zweit die Schreinrückseite des ehemaligen Hochaltars in der Jakobuskirche in Pfullendorf. Ein Mittelstreifen mit dem richtenden Jesus (a.) und den Posaune blasenden Engeln ist verloren gegangen.

Der Maler, Martin Schaffner, war einer der führenden Vertreter der Ulmer Schule nach Zeitblom und verband spätgotische und Renaissance-Elemente.

Das Thema „Jüngstes Gericht“ war im frühen 16. Jh. n.Chr. besonders beliebt, da diese Zeit religiös und gesellschaftlich bewegt war durch Reformation, soziale Spannungen, sogenannte Türkenkriege und apokalyptische Erwartungen.

Schaffners Werk ist traditionell zweigeteilt: In der oberen Zone erscheint Jesus (a.) als Weltenrichter. Er sitzt auf einem Regenbogen (typisch seit der Apokalypse des Johannes) umgeben vom Mandorla-Lichtschein. Auf beiden Seiten Engel, oft Posaunenbläser, die das Weltgericht ankündigen. Rechts und links sind die Fürbittenden: Maria (a.) (meist zur Rechten Christi) und Johannes (a.) der Täufer (zur Linken), die für die Menschheit um Gnade bitten.

In der unteren Zone ist die Auferstehung der Toten dargestellt mit dem dramatischen Geschehen auf der Erde. Menschen steigen aus geöffneten Gräbern. Sie erscheinen nackt, wie es im Jüngsten Gericht üblich ist, als Zeichen völliger Gleichheit vor Gott.

Von Jesus (a.) ausgesehen Rechts (vom Betrachter aus gesehen links) erscheinen die Erwählten, die von Paradiesbewohnern umringt werden. auf der andere Seite sind die Verdammten. Dort befindet sich am Boden auch ein Backgammon-Spiel. Zwar war das Spiel orientalischen Ursprungs damals bereits in Europa bekannt unter dem Namen Tric-Trac und soll im Gemälde wohl Laster und Frivolität des Würfelspiel symbolisieren, aber angesichts der Bedrohung durch Osmanen der Zeit ist ein Bezug zu Muslimen nicht ausgeschlossen.

Schaffner steht deutlich zwischen zwei Epochen: Er übernimmt die Eleganz der Spätgotik, integriert aber Renaissance-Raumgefühl.

Martin Schaffner (ca. 1478 – 1548) war ein deutscher Maler und Bildschnitzer der Spätrenaissance/Spätgotik, tätig in Ulm, und zählt zu den bedeutenden Künstlern der Ulmer Schule nach Hans Multscher und Bartholomäus Zeitblom.

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